
Ferenc Robák führte aus, während er die Bilanz aus dem Halbjahr der Ratspräsidentschaft zog, dass man im ersten Halbjahr 2011 in Ungarn 261 Ereignisse veranstaltet habe, die mit der Ratspräsidentschaft verbunden waren. Davon waren 26 informelle und Ministerkonferenzen, 92 Leitungskonferenzen und 117 Expertenkonferenzen. Bis Ende Juni stehen noch 10 weitere Leitungskonferenzen und 14 Sitzungen auf Expertenebene aus. Mit den Delegationen sind in diesem Halbjahr mehrere Zehntausend Gäste nach Ungarn gekommen. In Brüssel hat die ungarische Ratspräsidentschaft 2500 Beratungen abgewickelt. Die Anzahl der Veranstaltungen, die unter dem Logo der Ratspräsidentschaft in Ungarn und im Ausland stattfanden, sei natürlich bedeutend höher gewesen, betonte der Regierungsbeauftragte, da viele Organisationen und junge Künstler die Möglichkeit erhalten hätten, sich hier im Land und vielerorts in Europa vorzustellen.
Ferenc Robák erinnerte daran, dass man für die Vorbereitung der Ratspräsidentschaft nur relativ wenig Zeit, nämlich 5-6 Monate, zur Verfügung gehabt habe, während in anderen Ländern dafür im Allgemeinen ein-eineinhalb Jahre darauf verwandt werden. Aus organisatorischem und logistischem Gesichtspunkt steckte sich die ungarische Regierung ein Doppelziel: Die Aufgaben auf einem hohen Niveau, aber kostengünstig zu erfüllen. Nach Meinung des Regierungsbeauftragten ist das gelungen.
Ferenc Robák hob hervor, dass er eine allgemeine politische Rückendeckung genossen und seine Arbeit vielseitige Unterstützung erhalten habe. Nach dem Start der Ratspräsidentschaft bemühten sich die Beamten, die für die Organisationverantwortlich waren, flexibel auf Bitten, Ansuchen und Bemerkungen der ausländischen Gäste einzugehen. Dadurch glichen sie die Praxis ständig der wachsenden Erfahrung an. Das Außenministerium hat aus diesem Grund aus Brüssel und auch von andernorts viele Dankschreiben erhalten, in denen das hohe Niveau der Organisationgewürdigt wurde.
Das hohe Niveau musste mit einem knappen Budget geleistet werden. Nach Meinung des Regierungsbeauftragten ist es gelungen, dieser Anforderung gerecht zu werden; es musste kein zusätzliches Budget verlangt werden, weil man mit dem zur Verfügung stehenden Finanzrahmen gut gewirtschaftet hatte. Im vergangenen Jahr hatte man statt der geplanten 9 Milliarden HUF nur 6,9 Milliarden HUF für die Ratspräsidentschaft der EU verwendet; in diesem Jahr wird man den vorgegebenen Rahmen von 15,5 Milliarden HUF nicht überschreiten.
Man war bemüht, die staatlichen Kapazitäten zu nutzen, über die man zum Beispiel die Schutz- und Sicherheits- und die Protokollaufgaben löste. Wenn möglich, wurden für die Treffen Schauplätze, die sich in staatlichem Eigentumbefinden, darunter auch historische Gedenkstätten, in Anspruch genommen. Dieses Vorgehen war auch für das Image des Landes wichtig. Außerdem hätte man im Vergleich zu den kommerziellen Veranstaltungsorten nur niedrige Mieten gezahlt, sagte Ferenc Robák.
Ungarn besser bekannt zu machen und gleichzeitig kostenbewusst zu wirtschaften waren auch für die mehreren zehntausend Geschenke, die unter den Gästen verteilt wurden, ein wichtiger Gesichtspunkt. Nach dem Urteil des Regierungsbeauftragten haben sich solche netten Geschenke bewährt, die über die Traditionen hinaus auch die Kreativität und die Erfindungsgabe der Ungarn vorstellen. In seinen Ausführungen zu den ungarischen Erfindungen erwähnte Ferenc Robák auch die Austellung des „Gömböc“, einer ungarischen Erfindung, die im Wartesaal der Ratspräsidentschaft auf dem internationalen Flughafen „Franz Liszt“ Budapest ausgestellt worden war, was bei den Gästen auf Anklang gestoßen war. Die Nachricht von dem Pálinka-Automaten, den man im Wartesaal der Ratspräsidentschaftaufgestellt hatte, ging durch die Weltpresse.
Die Teilnehmer der in Ungarn veranstalteten Beratungen waren außerdem mit den Spezialitäten der ungarischen Küche, mit den Speisen der verschiedenen Landesgegenden und mit den territorial passenden Weinen, verköstigt worden. Bei den Banketten waren mehr als einhunderttausend Portionen und ungefähr sechsundzwanzigtausend Flaschen Wein verzehrt worden. Auf Schauplätzen in Brüssel, Straßburg und Luxemburg stießen mehrere tausend Menschen mit ungarischem Wein und Sekt an. In Anbetracht des großen Erfolgs werden die ungarischen Weine auch auf den Tischen der kommenden polnischen, Ratspräsidentschaft stehen.
Laut dem Regierungsbeauftragten habe es in den letzten Monaten mit steigenden Umsätzen in Budapester Hotels bereits Anzeichen dafür gegeben, dass sich die Ratspräsidentschaft den Einreise-Tourismus positiv auswirken werde. Ferenc Robák erinnerte daran, dass auch der offizielle Imagefilm der ungarischen Ratspräsidentschaft, der auf mehreren internationalen Filmfestivals Preise gewann, mit der Aussage schließe, dass man nach Ungarn zurückkehren muss. Der Regierungsbeauftragte verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch die Gäste, die Ungarn während der Ratspräsidentschaft besucht haben, als Touristen mit ihren Familien zurückkehren oder auch ihre Freunde und Bekannten dazu ermuntern.