EU-Bürger und Unternehmen sind auch derzeit zu einem großen Teil den Gefahren der Cyber-Kriminalität ausgesetzt, was auch große soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hat. Die Gewährleistung der Sicherheit und der Widerstandsfähigkeit wichtiger Informationen ist besonders wichtig, um wirtschaftliche Erneuerung und langfristige Stabilität zu erreichen. Der Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken kann zur Stärkung der Sicherheit der Europäischen Union sowie zur Förderung der extensiven Nutzung von IKT-Anwendungen einen Beitrag leisten. Dies ist gleichzeitig eines der Hauptziele der Digitalen Agenda für Europa.
Das Hauptthema der Konferenz der Minister für Telekommunikationswesen im Jahr 2011 ist der Schutz kritischer Informationsinfrastrukturen, insbesondere durch europäische und internationale Zusammenarbeit. Die Konferenz wird den so genannten „Tallinn-Prozess“ fortsetzen; die Bezeichnung verweist auf die Ministerkonferenz zu diesem Thema von 2009. Die Veranstaltung bietet eine hervorragende Gelegenheit, das Engagement der führenden Politiker zum Thema zu demonstrieren, was wiederum eine gute Basis ist, um die Zusammenarbeit und Koordinierung unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu fördern, sowie die internationale Kooperation im Hinblick auf den Schutz kritischer Informationsinfrastrukturen zu stärken.
Ein weiteres Hauptziel der Konferenz ist es, die relevanten Stakeholder – vor allem die Vertreter des Industriezweigs – in der Zukunft in Entscheidungsprozesse zu dem Thema einzubeziehen. Gemeinsam sollen Problemlösungen hinsichtlich der Sicherheit und des Vertrauens von Nutzern gegenüber Computersystemen erarbeitet werden, die den schnellen Veränderungen der virtuellen Umgebung gerecht werden, die Kultur der Netz- und Informationssicherheit verbreiten, und die gemeinsame Verantwortung und den Handlungsbedarf von Mitgliedsstaaten und Stakeholdern betonen.
Den Rahmen der Veranstaltung bieten die neuen Verordnungsentwürfe der ENISA (Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit), die noch in Diskussion sind, sowie die bald erwartete Mitteilung der Kommission in Verbindung mit dem Schutz kritischer Informationsinfrastrukturen. Die Konferenz wird vom 14. bis zum 15. April stattfinden. Am ersten Tag findet ein Ministertreffen statt und am zweiten Tag wird eine Konferenz organisiert.