
Enikő Győri erinnerte die Teilnehmer daran, dass das Motto der ungarischen Ratspräsidentschaft „ein starkes Europa mit dem Menschen im Mittelpunkt“ ist. „Großzügigkeit ist eine Tugend, die dann am wertvollsten ist, wenn sie für das Geringste gehalten wird. Aber tief in unserer Seele wissen wir alle, dass kein einziger Mensch, kein einziges Land sich selbst, allein retten kann. Wir hängen alle voneinander ab. Die Freiwilligen sind die Menschen, die dies als erste verstanden haben. Sie sind diejenigen, die wissen, dass der wirksamste Egoismus die Selbstlosigkeit ist. Diese Leidenschaft ist nicht das Zeichen von Schwäche, sondern eine Quelle, aus der Kraft geschöpft werden kann. Diese einfache Wahrheit muss uns wieder und wieder in den Sinn kommen, damit Europa stark bleiben kann und seine menschlichen Züge bewahrt“, sagte Enikő Győri.
„Es war eine Priorität der ungarischen Ratspräsidentschaft, dass auch die junge Generation in die humanitäre Hilfe einbezogen wird. Die entsprechenden Foren des Rates haben darüber mehrfach Erfahrungen ausgetauscht“, erinnerte Enikő Győri die Teilnehmer der Konferenz.
Die Staatsministerin hob hervor, dass 2011 das Jahr der Freiwilligentätigkeit ist und ganz zu Anfang der ungarischen Ratspräsidentschaft, im Januar, in Budapest der Freiwilligentätigkeit eine Konferenz gewidmet wurde.
„Während der ungarischen Ratspräsidentschaft hat der Rat der Europäischen Union ein Abschlussdokument des Rates über junge humanitäre freiwillige Helfer angenommen und damit den in dieser Frage unterbreiteten Vorschlag der Kommission unterstützt. Das Abschlussdokument des Rates ist von dem Gedanken ausgegangen, dass den humanitären Krisen – seien es Katastrophen elementarer oder menschlicher Ursache – immer viele junge Menschen zum Opfer fallen“, fügte die Staatsministerin hinzu.
Enikő Győri bezeichnete die Prinzipien, aufgrund derer die Freiwilligen tätig sind, als von unschätzbarem Wert. Sie machte darauf aufmerksam, dass „bei der Aufstellung der Gruppe der jungen humanitären Freiwilligen die EU den Notleidenden nicht nur hilft, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Nicht-EU-Ländern verstärkt und gleichzeitig auch ihre eigene Fähigkeit der Krisenbewältigung stärkt“.
Die Staatsministerin ging im Zusammenhang mit der Unterstützung der auf Hilfe angewiesenen Menschen auf die europäische Roma-Rahmenstrategie ein, die eine der hervorgehobenen Prioritäten der ungarischen Ratspräsidentschaft darstellt. Sie wies darauf hin, dass heute auch in der EU gegen die Armut und die Ausgrenzung gekämpft werden muss, obwohl die EU Generationen hindurch die Prosperität symbolisierte. „Ich kann stolz mitteilen, dass den Plänen zufolge der Europäische Rat im Juni die Roma-Rahmenstrategie bewilligen wird“, sagte Enikő Győri.
Kristalina Georgiewa, EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, erklärte auf der Budapester Konferenz, dass die Aufstellung der aus jugendlichen Freiwilligen bestehenden Hilfsgruppe zwei Ziele habe. Das eine Ziel bestehe darin, den Europäern eine aufregende Möglichkeit zur moralischen Erhebung zu bieten, das andere wiederum darin, der individuellen Hilfsbereitschaft kollektive Werte zu verleihen. Sie führte aus, dass die Freiwilligen die Botschafter sein werden, die zum Ausdruck bringen, wie sehr die europäischen Bürger bereit sind, jenen Menschen zu helfen, die sich in schwierigsten Situationen befinden.
Die Aufstellung der Gruppe aus jungen humanitären Freiwilligen wird vom Vertrag von Lissabon vorgeschrieben. Auf dieser Grundlage hat die Kommission November 2010 einen Vorschlag veröffentlicht. Kristalina Georgiewa bezeichnete bei ihrem Amtsantritt im Februar 2010 die Aufstellung dieser Gruppe als ihre wichtigste Aufgabe. Die Gruppe hat noch keinen Namen, vorerst verwendet man die Kurzform der englischsprachigen Umschreibung (EVHAC - European Voluntary Humanitarian Aid Corps). Kristalina Georgiewa forderte die Teilnehmer der Konferenz auf, Ideen zur Namensgebung beizusteuern.
Mit der Budapester Konferenz hat die Anwerbung und Ausbildung der ersten Probegruppe begonnen. Die Freiwilligen beginnen bereits in diesem Jahr, in Nicht-EU-Ländern zu arbeiten. Kristalina Georgiewa bereitet sich darauf vor, im Jahr 2012 eine Gesetzgebung über den Aufbau der Gruppe der jungen Freiwilligen und ihre Rolle bei humanitären Aktionen zu initiieren.
