
„Für den Erfolg gibt es keine Garantie, ich bin mir aber sicher, dass es dir gelingen wird. Du hast dir im Kreise der EU-Politiker auch bisher Respekt verschafft, aber es wird dir auch die Kraft zur Seite stehen, eine besondere mitteleuropäische Kraft, die nur hier bekannt ist“, - formulierte Viktor Orbán, der den polnischen Ministerpräsidenten mit „lieber Donald“ angesprochen hatte.
Der ungarische Regierungschef würdigte die Rolle, die die Polen in den Ende der 80-er Jahre eingetretenen mitteleuropäischen Umwälzungen gespielt haben, wobei er auf die 1980-81-er Volksbewegung hinwies, die unter der Führung der Gewerkschaft Solidarność fast den Kommunismus gestürzt hatte.
„Die Ratspräsidentschaft der EU macht Freude, wenn du damit beginnst, und sie macht Freude, wenn du diese übergeben kannst“, - sagte Viktor Orbán und weckte damit Erheiterung in den Reihen des Publikums. Diese Freude verglich der ungarische Regierungschef mit der Freude eines Bergsteigers.

Der polnische Regierungschef Donald Tusk sprach Ungarn Dank für die Ratspräsidentschaft aus. Er nannte Ungarn einen erprobten Freund Polens, den ungarischen Regierungschef hingegen nannte er beim Vornamen, woraufhin das Publikum die Rede mit einem Applaus unterbrach.
„Die Europäische Union braucht jetzt das energische Auftreten und das Selbstvertrauen der Polen, und diese frische Kraft wird die EU von Polen bekommen“, - erklärte Donald Tusk. „Die Polen investieren heute in die EU. So wie die Polen früher die EU-Mitgliedschaft verdient haben, hat heute die EU die polnische Ratspräsidentschaft verdient. Die polnische Ratspräsidentschaft wird eine gute Qualität aufweisen“, - führte der polnische Regierungschef aus.

Jerzy Buzek, der polnische Präsident des Europäischen Parlaments, erklärte, dass eine parlamentsfreundliche Ratspräsidentschaft wichtig für die Zukunft der EU sei. Jerzy Buzek lobte die Solidarität, er betonte, dass Solidarität dabei helfen kann, die EU vor den Krisen zu retten und Herausforderungen anzunehmen.
Herman Van Rompuy, der Präsident des Europäischen Rates, würdigte die Institution der turnusmäßigen Ratspräsidentschaft, die jedes halbe Jahr neue Impulse und Qualitäten in die Tätigkeit der EU bringt und den Bürger verdeutlicht, dass die Europäische Union eine kollektive Aufgabe ist. „Die Europäische Union ist nicht irgendeine Maschinerie in Brüssel, die Richtlinien herstellt und Gelder verteilt. Nein, die Europäische Union ist ein zutiefst politisches Programm, das das gemeinsame Schicksal von 27 Staaten und 500 Millionen Bürgern unseres Kontinents verkörpert“, – formulierte der Präsident des Europäischen Rates.
Herman Van Rompuy sprach Viktor Orbán seinen Dank aus für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der Arbeit des Europäischen Rates während der letzten sechs Monate.
José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Kommission, gab seiner Meinung Ausdruck, dass die polnische Ratspräsidentschaft ihre Arbeit auf der „sehr erfolgreichen“ ungarischen Ratspräsidentschaft aufbauen kann. Er betonte, dass die Europäische Union nicht nur wirtschaftliches, sondern „politisches Wachstum“ benötige, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, die sie sich gestellt hat.
