
Auf der hochrangigen Konferenz berieten sich Vertreter der Branche und Experten über die Wettbewerbsfähigkeit der audiovisuellen Industrie, ihre geschäftlichen und gesellschaftlichen Aspekte aber auch über die Urheberrechte. Zuständige der Europäischen Kommission waren ebenfalls zugegen.
Neue Stars, neue Anforderungen
Staatsminister Zsolt Nyitrai betonte in seiner Eröffnungsrede, dass in einer Welt, wo täglich 350 tausend Smartphones ans Netz gehen und ”das Kino in unserer Tasche steckt” ein neues Geschäftsmodell auf dem Markt der audiovisuellen Inhalte entwickelt werden müsse.
Eines der Ziele der Konferenz sei, dass die Entscheidungsträger auch Probleme der Industrie verstehen, sagte der Staatsminister. „Für den Inhalt muss man zahlen, gleichzeitig dürfen Urheber und Verbraucher einander nicht als Kontrahenten gegenüber gestellt werden,” hielt er fest. Das Interesse der beiden Seiten ist scheinbar sehr konträr, gleichzeitig liegt es jedoch im Interesse beider, dass das Produkt möglichst viele Verbraucher erreicht. Hinsichtlich der Urheberrechte der Schöpfer sagte der Staatsminister, dass eine solche Regelung entwickelt werden muss, die den sich wandelnden Inhaltskonsum und die speziellen Rechte der Verfasser gleichermaßen berücksichtigt.
Neues Kino alter Zeiten
Zsolt Nyitrai ging auch darauf ein, wie man das kulturelle Erbe der Nachwelt weiterreichen müsse: Da alte Musik und alte Filme, „mit der Kultur, mit unserem Erbe organisch verbunden sind” müssten sie digitalisiert werden. Europa bedürfe neuer Verbreitungskanäle. Die ungarische Ratspräsidentschaft ist der Umsetzung dieser Ziele verpflichtet. Nyitrai gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Budapester Konferenz „einen Meilenstein auf dem Weg zum Wachstum der audiovisuellen Branche darstellen wird”.
Digitalisierung und Konvergenz
Antti Ilmari Peltomäki, stellvertretender Generaldirektor für Informationsgesellschaft und Medienwesen in der Europäischen Kommission, sprach über das wachsende audiovisuelle Angebot: „Die Zahl der Fernsehkanäle in der Europäischen Union ist in einigen Jahren von 274 auf 414 gewachsen,” TV und Internet seien heute schon rund um die Uhr zugänglich, und auch die Social Networking-Seiten funktionieren laufend. Peltomäki zufolge sind Digitalisierung und Konvergenz die beiden Kernbegriffe der audiovisuellen Welt, „denn man kann heute praktisch alles jederzeit über ein beliebiges Gerät erreichen”. Der Generaldirektor hob von den Initiativen der Kommission die Flagschiffinitiative, den digitalen Fahrplan, hervor, dessen Ziel es ist, die Potentiale der Informations- und Kommunikationstechnologie in der Europäischen Union weitgehend für die Arbeitsplatzbeschaffung, für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Integration zu nutzen. Der Generaldirektor präsentierte den Konferenzteilnehmern kurz auch die Richtlinie über die audiovisuellen Mediendienste sowie die europäische Regelung zu den Medien bzw. zum Jugendschutz.